Wie gut ist die Fortsetzung des Kult Films?

2016 schickt Adam Wingard die Hexe aus dem Black Hills Wald wieder zurück in unsere Kinos. Auf der einen Seite erfreute diese Nachricht natürlich mein Gemüt. Auf der anderen Seite tritt Blair Witch 2016 natürlich in sehr große Fußstapfen.

Immerhin muss es ja an dem grandiosen Zweiten Film… Scherz 😉 Immerhin muss es die Fortsetzung ja mit einem der Found Footage Filme schlechthin aufnehmen.

Ob Wingard und seinem Team dies (aus meiner Sicht) gelungen ist, verrate ich Dir in meiner Blair Witch Kritik.

Darum geht es:

20 Jahre nachdem Heather, Josh und Mike in den Black Hills Wäldern verschwanden, macht sich Heathers Bruder James auf die Suche nach der Wahrheit.

Begleitet wird er von seinen Freunden Ashley und Peter, sowie von der Filmstudentin Lisa.

Ein mysteriöses Internet Video führt sie zu zwei Einheimischen aus Burkittsville, die ihnen den Fundort der Aufnahmen zeigen.

Schon bald wird ihnen klar, dass an den Legenden um die Hexe doch etwas dran zu sein scheint…

20 Jahre nachdem Heather, Josh und Mike in den Black Hills Wäldern verschwanden, macht sich Heathers Bruder James auf die Suche nach der Wahrheit.

Blair Witch Kritik

Ich glaube es gibt keinen Horrorfan dem der Film The Blair Witch Project kein Begriff ist. Und ob man das Found Footage Genre nun mag oder nicht, es war höchste Zeit für eine passende Fortsetzung.

Blair Witch

(v.l.n.r.) Lisa (Callie Hernandez), James (James Allen McCune, r.), Peter (Brandon Scott) stützen Ashley (Corbin Reid), Lane (Wes Robinson) und Tamara (Valorie Curry) © Studiocanal / Lionsgate

Blair Witch 2016 kommt zwar nicht ohne Schwächen, aber dafür mit vielen neuen und vor Allem gruseligen Ideen. Diese führen mich auch gleich zu meiner ersten Frage:

Ist Blair Witch wirklich einer der gruseligsten Filme überhaupt?

Das wurde zumindest im Trailer behauptet, aber habe ich es auch so empfunden? Jein… Es gibt zwar viele sehr gruselige Momente im Film, aber nach oben ist definitiv noch Luft.

Damit möchte ich natürlich nicht sagen, dass es sich hier um einen total ungruseligen oder gar langweiligen Horrorfilm handelt. Denn es gibt nicht wenige Szenen, die kalte Schauer durch meinen Körper gejagt haben.

Blair Witch

Lisa (Callie Hernandez) © Studiocanal / Lionsgate

Für mich lebt der Gruselfaktor vor Allem durch die mysteriöse Grundstimmung. Diese hat mir übrigens auch im ersten Film schon sehr gut gefallen.

Und dann gibt es ja noch die vielen neuen, gruseligen Ideen, die Adam Wingard und Simon Barrett in die 2016er Fortsetzung mit eingebracht haben. Leider kann ich hier aber nicht zu sehr ins Detail gehen, ohne zu spoilern.

Blair Witch

Lisa (Callie Hernandez) © Studiocanal / Lionsgate

Auf jeden Fall wird diesmal deutlich mehr gezeigt, aber dafür werden auch wieder neue Fragen aufgeworfen:

  • Wer oder was ist jetzt aktuell eigentlich die Hexe? Elly Kedwarth? Der Wald selbst? Aliens?
  • Was ist mit den Bäumen?
  • Wie kam das DV an den Fundort?

Wenn es keine weiteren Fortsetzungen mehr geben sollte, werden diese Fragen wohl auf ewig unbeantwortet bleiben. Ich hoffe, dass es nicht so kommen wird 😉

Wie spannend ist Blair Witch 2016?

Wie weiter oben schon erwähnt, vergingen die 90 Minuten Laufzeit wie im Flug. Und das ist ja eigentlich immer schon ein gutes Zeichen für einen spannenden Film.

Blair Witch

James (James Allen McCune, r.) und Peter (Brandon Scott) stützen Ashley (Corbin Reid) © Studiocanal / Lionsgate

Tatsächlich war ich sofort wie in einem Bann. Ich fragte mich ständig, was wohl als nächstes passieren würde. Teils ahnte ich es schon, teils war ich genau so überrascht wie die Figuren selbst.

Zudem ist Blair Witch 2016 deutlich actionreicher als seine beiden Vorgänger. Darunter leidet an ein paar wenigen Stellen zwar der Gruselfaktor etwas, aber die Spannungskurve wird stets hoch gehalten.

Wie Glaubwürdig ist Blair Witch?

Jetzt kommen wir zu dem, aus meiner Sicht, größten Problem des Films: Die Glaubwürdigkeit.

Das Problem ist dabei weniger der fehlende Neu-Bonus, den das Blair Witch Project damals hatte. Vielmehr ist es die Art, wie der Film gedreht wurde.

Diesmal haben die Figuren nämlich deutlich mehr Equipment dabei. Auf der einen Seite eröffnet dies natürlich mehr Möglichkeiten, aber auf der anderen Seite wirkt gerade das unglaubwürdig.

Es soll sich ja um gefundenes Material handeln. Also muss es in etwa so abgelaufen sein:

Ein fröhlicher Plizsammler (die finden ja immer irgendwas) sucht den Erdboden des Black Hills Waldes nach kostbaren Pilzen ab. Aber anstatt dieses Gewächses findet er einen riesen Haufen High End Elektronik.

Immerhin hatten James, Ashley, Lisa und Peter ja nicht gerade wenig Ausrüstung dabei. Neben einer Drohne, waren da noch 4 Ohrclip-Kameras (die übrigens erstaunlich lichtstark waren), eine digitale Spiegelreflexkamera und noch so ein bissl Krims Krams dabei.

Na ja, wie es sich gehört hat der fröhliche Pilzesammler die Ausrüstung nicht in seinen Besitz übergehen lassen, sondern alles vorschriftsmäßig zur Polizei gebracht.

Dort hat man sich bedankt und dann jemanden hingesetzt, der das gesamte Material sichtet.

Diese, oder vielleicht auch eine andere Person, hat die einzelnen Videos dann passgenau zusammengeschnitten um einen Film daraus zu machen.

Mir ist natürlich bewusst, dass man solches Material (wenn es jetzt echt wäre) in irgendeiner Form aufbereiten muss (zumindest wenn das Ergebnis ins Kino soll), aber irgendwie wirkte der Schnitt dann doch zu inszeniert oder nachbearbeitet. Denn es gibt z.B. Aufnahmen, die mit der Tonspur einer anderen Aufnahme unterlegt sind.

Blair Witch Szenenbild

Lisa (Callie Hernandez) © Lionsgate / Studiocanal

Der merkwürdigste Punkt ist aber, dass eine bestimmte Aufnahme von zwei Personen, die unabhängig voneinander sein müssen, gefunden wurde. Diese muss also irgendwie doppelt vorhanden gewesen sein.

Vielleicht war das aber so gewollt und ich hab’s nur nicht kapiert 😉

Trotzdem bleiben aber immer noch die vielen Aufnahmequellen. Dies ist allerdings kein Problem, welches nur diesen Film betrifft. Auch in anderen Wackelkamera Streifen wird es so gemacht. Ich bin aber nach wie vor ein Fan von wenigen Aufnahmegeräten.

Die Darsteller haben ihre Sache dafür wieder sehr glaubwürdig gemacht. Ich habe jedem seine Angst abgekauft und hatte nie den Eindruck, dass jemand nur seinen Text runter rattern würde und in Gedanken schon das Geld zählt.

Blair Witch

Tamara (Valorie Curry) © Studiocanal / Lionsgate

Mein Fazit

Eine gelungene Fortsetzung mit vielen neuen Ideen. Wenn Dir der erste Film gefallen hat und Du das Genre magst, dann solltest Du auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Inzwischen läuft der Film zwar nicht mehr im Kino, aber ab Januar kannst Du ihn schon auf Blu-ray, DVD (09.02.2017) und als VoD (02.01.2017) kaufen bzw. leihen.

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Good

  • Neue, gruselige Ideen
  • Sehr spannend
  • Sehr gruselig
  • Actionreicher als der erste Teil

Bad

  • Aufgrund der vielen Aufnahmequellen leidet die Glaubwürdigkeit
8

Großartig

Idee - 8.8
Gruselfaktor - 8.1
Spannung - 8.2
Glaubwürdigkeit - 7.5
Found Footage Faktor - 7.5
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