ENDLICH habe ich mal die Zeit gefunden ein paar Zeilen über DEN Found Footage Film zu schreiben. Blair Witch Project beeinflusste mich damals wie kein anderer Horrorfilm zuvor und machte mich sofort zum Fan des Found Footage Genres.

In meiner Kritik verrate ich Dir warum.

Darum geht es in Blair Witch Project

Am 21. Oktober 1994 begeben sich drei junge Filmstudenten zum Blackhill Forest in Maryland um dort einen Dokumentarfilm über die legendäre Hexe von Blair zu drehen. Doch sie verschwinden spurlos und man hört nie wieder etwas von ihnen, bis ein Jahr später ihr Videomaterial gefunden wird. Die Aufnahmen zeigen die letzten Tage der drei Studenten Heather Donahue, Michael Williams und Joshua Leonard…

Blair Witch Project Kritik

1999 haben die Regisseure Daniel Myrick und Eduardo Sánchez das Horrorgenre mit einer, bis dahin, relativ neuen Perspektive umgekrempelt. In Blair Witch Project machten sie das Publikum selbst zu Hauptdarstellern. Zumindest wirkte es so. Denn Filme aus der EGO-Perspektive waren bis dahin noch nicht sehr verbreitet. Es gab zwar ein paar wenige Exemplare dieser Gattung, aber so richtig bekannt waren diese meines Wissens nach nicht.

Aus Sicht der Darsteller Heather Donahue, Michael C. Williams und Joshua Leonard gefilmt wirkte es stellenweise tatsächlich so, als würde man sich mitten drin im Geschehen befinden. Und das befeuerte den Gruselfaktor doch ziemlich deutlich.
Vor Allem aber, weil viele Kinobesucher davon ausgingen, dass es sich wirklich um echtes Material handeln würde.

Blair Wich Project 04

© Studiocanal

Ein Film, der wie kein anderer für das Found Footage Genre steht

Ich lehne mich wohl nicht zuweit aus dem Fenster, wenn ich Blair Witch Project als Wegbereiter der Found Footage Filme bezeichnen würde. Zumindest hat dieser Film es geschafft das Wackelkamera-Thema massentauglich zu machen bzw. die Mengen zu verzaubern.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es danach auch nicht lange gedauert hat, bis die ersten Filmemacher auf diesen Zug aufgestiegen sind. Inzwischen gibt es hunderte dieser Filme, die meiner Meinung nach größtenteils auch sehr gut geworden sind.

Blair Wich Project 02

© Studiocanal

Der besondere Grusel in diesem Film besteht in der Anregung der eigenen Fantasie. Was ist da im Wald? Ist es wirklich eine Hexe? Ein Geist? Ein Massenmörder? Bilden sich die 3 Studenten einfach nur alles ein? Ist vielleicht einer oder eine von ihnen der / die Böse?

Was hat es mit dem Kult um die Blair Hexe auf sich?

Solche Fragen können einem beim Ansehen des Films durch den Kopf gehen. Die meiste Zeit blickt man aber gebannt auf die Leinwand / den Fernseher um vielleicht doch einen Blick auf das zu erhaschen, was da sein Unwesen in dem Wald bei Burkittsville treibt.
Der Grusel entsteht also im Kopf und nistet sich dort ein, so dass die Geschichte von Heather, Josh und Mike dort auch nach dem Kinobesuch / Filmabend noch herum spukt.

Blair Wich Project 01

© Studiocanal

Warum wirkt der Film so echt?

Damit alles möglichst echt wirkt, haben sich Daniel Myrick und Eduardo Sánchez eine ganze Menge einfallen lassen. So befanden sich während der Dreharbeiten im Wald tatsächlich nur die drei Hauptdarsteller vor Ort. Die einzige Verbindung zum Rest des Teams war ein Handfunkgerät. Über dieses Gerät erhielten die drei z.B. die Info wo ihr nächster Drehort sein würde, den sie dann mit Hilfe eines GPS-Geräts erreichen konnten.

Ein genaues Drehbuch gab es nicht, aber an jedem neuen Drehort fanden Heather, Josh und Mike Zettel mit Skizzen wie die nächsten Szenen aussehen sollen. Der Text wurde aber komplett improvisiert.
Und damit auch die Launen der Darsteller möglichst echt rüberkommen, wurden ihnen teilweise die Lebensmittelrationen reduziert.

Mein Fazit:
Blair Witch Project gehört meiner Ansicht nach in jede Horrorfilm-Sammlung. Egal ob man dem Found Footage Genre nun zugewandt ist, oder nicht. Für mich ist dieser Film auf jeden Fall ein Meilenstein in der Geschichte des Wackelkamera-Films und hat maßgeblich zu dessen Erfolg beigetragen, auch wenn es nicht der allererste Film dieser Art war.

Am 06.10.2016 startet übrigens das Sequel mit dem Namen Blair Witch in unseren Kinos.

Bilder: © Studiocanal

Good
  • Wegbereiter des Found Footage Genres
  • Sehr gruselig
  • Sehr glaubwürdig
Bad
  • Einige wenige Schnitte wirken merkwürdig
8.6
Großartig
Idee - 9
Gruselfaktor - 8
Spannung - 8
Glaubwürdigkeit - 9
Found Footage Faktor - 9
Passionierter Blogger, Filmfreak und ein wenig Nerd!
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