Bin ich wach oder träume ich… und wer oder was ist eigentlich Mr. Jones? In meiner Kritik verrate ich Euch wie mir Karl Muellers Found Footage Horror Mr. Jones gefallen hat.

Darum geht es in Mr. Jones

Mr. Jones scheint nach außen ein zurückgezogener, etwas merkwürdiger Künstler zu sein, der tief in einem großen Wald lebt und arbeitet. Aber eines Tages wird seine Ruhe durch den jungen Filmemacher Scott und seine Freundin Penny empfindlich gestört. Nicht nur, dass sie sich in seiner direkten Nachbarschaft niederlassen, sie brechen auch noch in sein Haus ein. Das gefällt Mr. Jones natürlich gar nicht und das junge Paar muss schon bald feststellen, dass sie einen großen Fehler gemacht haben…

Mr. Jones Kritik

Sinn eines Found Footage Films ist es eigentlich gefundenes (Found) Videomaterial (Footage) zu zeigen. Meist wird die authentische Wirkung dieser Aufnahmen durch eine verwackelte Kameraführung und Bildstörungen unterstützt. Warum ich das alles erkläre? Dazu komme ich jetzt.
In den ersten 60 Minuten nutzt auch Karl Mueller diese Elemente bei Mr. Jones. Und das funktioniert soweit auch richtig gut. Mr. Jones ist spannend, gruselig und mysteriös, aber dann kommen die letzten 20 Minuten und werfen alles über den Haufen.
Denn das Finale bestreiten die Hauptdarsteller ohne selber eine Kamera zu halten oder eine eingeschaltet zu haben. Zwar sind die Aufnahmen noch verwackelt und es kommt hier und da zu kleinen Bildstörungen, aber alles andere deutet auf eine normale Kameraführung hin. Schade, sage ich da nur. Es wird zwar deutlich was dargestellt werden soll, aber zum Einen eben nicht mehr im Found Footage Stil und zum Anderen wiederlegt das Ende auch teilweise das was wir in den ersten 60 Minuten zu sehen bekamen.
Hätten Karl Mueller und seine Leute den anfänglichen Stil bis zum Ende durchgehalten, dann hätte Mr. Jones das Zeug gehabt in meinen persönlichen Found Footage Top 10 bis fast an die Spitze zu klettern.

So, nun aber genug gemeckert, denn wie erwähnt sind die ersten zwei Drittel des Films wirklich spannend, gruselig und mysteriös. Ich klebte förmlich am Bildschirm und verfolgte Scotts und Pennys Einbruch in Mr. Jones Hütte und wie spannend es wurde als dieser dann plötzlich wieder nach Hause kam. Ständig überlegte ich ob Mr. Jones nun Gutes oder Böses im Sinn hat, diese Frage wurde auch während des Films immer sehr gut in verschiedene Richtungen gelenkt.
Auch Jon Foster (Scott) und Sarah Jones (Penny) kamen zu keiner Zeit überzogen oder gestellt rüber und wirkten immer glaubhaft.

Das Finale von Mr. Jones

Weiter oben habe ich mich im Prinzip nur darüber ausgelassen, dass man sich zum Ende des Films dazu entschlossen hat den Found Footage Stil doch nicht konsequent durchzuhalten und das Teile des Films einfach widerlegt wurden.
Nun möchte ich aber inhaltlich auf das Ende des Film eingehen, denn das ist (wenn man nicht an einen Found Footage Film denkt) gar nicht schlecht. Scott und Penny tauchen ab in eine Welt in der sie nicht klar sagen können ob sie wach sind oder träumen. Dafür wurden schnelle Schnitte und plötzliche Ortswechsel genutzt, die bei mir tatsächlich den Eindruck hinterließen, dass ich eine Art Traum gesehen hätte. Genau diesen Eindruck zu vermitteln ist nicht ganz einfach und es gibt viele Filme in meiner Erinnerung, die dies nicht geschafft haben. Betrachte ich das Ende von Mr. Jones also für sich, bzw. entferne mich von dem Gedanken einen Found Footage Film zu gesehen zu haben, dann ist Mr. Jones ein gruseliger, mysteriöser und vor Allem spannender Mystery-Film.

Fazit

Mr. Jones hat großartig begonnen und ich erwischte mich stellenweise auch schon bei dem Gedanken: Wenn der Film so bleibt, dann gibt es einen Neuzugang bei meinen Lieblingsfilmen. Leider macht das Finale des Films (auch wenn es gut durchdacht ist und einen schönen Twist beinhaltet) aber alles kaputt, weil es halt nicht mehr im Found Footage Stil gedreht wurde und die erste Stunde des Films teilweise widerlegt.
Wer sich nicht an diesem Stilmix stört und wer gerne spannende, mysteriöse und gruselige Filme sieht, der sollte aber mal einen Blick riskieren.

Good

  • Sehr spannend
  • Gruselig
  • Schöner Twist am Ende

Bad

  • Found Footage Stil nicht durchgängig
  • Film widerlegt sich selbst
7.3

Gut

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