Produzent Eli Roth und Regisseur Ti West kombiniert das Thema Sekte mit dem Found Footage Genre. Wie mir diese Kombination gefallen hat, verrate ich Euch in meiner The Sacrament Kritik.

Für The Sacrament hat sich Regisseur Ti West von wahren Begebenheiten inspirieren lassen und zeigt eine abgewandelte Version des Massensuizids im US-Amerikanischen Jonestonwn. Bei diesem beispiellosen Ereignis brachten sich in den 70er Jahren über 900 Menschen um bzw. wurden dazu angehalten. Da Wests Interpretation sich aber als eigenes Werk versteht und keine geschichtliche Dokumentation der Geschehnisse in Jonestown sein soll, wurden Ort und Name der Gemeinschaft geändert. Die Handlung wurde in die heutige Zeit transferiert und leicht abgeändert.

Kentucker Audley in THE SACRAMENT

Kentucker Audley in THE SACRAMENT, a Magnet Release. Photo courtesy of Magnet Releasing

Darum geht es in The Sacrament:

Patrick ist auf der Suche nach seiner Schwester, die sich nach langer Drogenabhängigkeit einer religiösen Gemeinschaft namens Eden Parish angeschlossen hat und dort nun abgeschottet von der Außenwelt lebt. Begleitet wird er von zwei Vice Reportern, die auf interessantes Filmmaterial hoffen.

Was Anfangs noch wie das Paradies auf Erden wirkt entpuppt sich aber schon bald als Schauplatz von Unterdrückung und Terror. Als Patrick und die anderen Eden Parish wieder verlassen möchten kommt es zum unfassbaren…

The Sacrament Kritik:

Found Footage Filme sind vielleicht nicht jedermanns Ding und ich habe in den letzten Tagen, Wochen und Monaten oft genug lesen müssen, dass man dieses Genre schon längst für Tot gehalten hat. The Sacrament könnte ein paar dieser Stimmen aber zum umdenken anregen, denke ich. Denn Ti Wests Sekten Schocker zeigt das noch mehr in diesem Genre steckt als nur paranormale Aktivitäten und böse Monster.

Gene Jones and AJ Bowen in THE SACRAMENT

Gene Jones and AJ Bowen in THE SACRAMENT, a Magnet Release. Photo courtesy of Magnet Releasing.

Found Footage + Sekte = Horror?

Wenn es Euch wie mir geht, dann denkt Ihr beim Thema Found Footage automatisch an einen Horrorfilm. Vielleicht war ich beim Schlagwort Sekte aber auch sofort bei Safe Haven aus S-VHS aka. V/H/S 2. The Sacrament ist aber kein Horrorfilm in diesem Sinne, sondern versteht sich meiner Meinung nach eher als eine Mischung aus Thriller und Drama. Thriller, weil Ti Wests Found Footage Film wirklich sehr spannend und fesselnd ist und Drama weil die Ereignisse im Film wirklich dramatisch sind und zum Nachdenken anregen.

Was geht in Eden Parish vor sich?

Auch wenn The Sacrament nicht mit einem riesen Paukenschlag beginnt, fällt doch ziemlich schnell auf, dass Patrick und den anderen „Aussenseitern“ in Eden Parish nur etwas vorgespielt wird. Unter der Oberfläche scheint mehr zu brodeln als man es die Besucher glauben lassen möchte. Genau das ist es was den Film auch zu einem Großteil ausmacht und z.B. mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Zwar handelt es sich hier, wie schon gesagt, nicht unbedingt um einen Horrorfilm, aber trotzdem begleitet einen beim Ansehen ein ungutes Gefühl in Hinblick auf das was noch passieren kann bzw. wird.

Gruselstimmung durch Vorahnungen

Bei näherer Betrachtung könnte man dieses Gefühl allerdings schon als eine Art Grusel gelten lassen. Aber Ziel des Films ist es definitv nicht, dass anschließend überall in der Bude Flutlichter aufgestellt werden um böse Geister zu vertreiben. Es soll eher gezeigt werden, wozu Menschen fähig sind, wenn sie sich zu stark beeinflussen lassen und ihre vermeintlich heile Welt bedroht wird.

AJ Bowen and Joe Swanberg in THE SACRAMENT

AJ Bowen and Joe Swanberg in THE SACRAMENT, a Magnet Release. Photo courtesy of Magnet Releasing.

Einen Film mit solch einer Stimmung zu drehen klappt natürlich nicht, wenn Crew und Darsteller ihr Handwerk nicht richtig verstehen. Zum Glück wirken der Film und seine Schauspieler aber größtenteils sehr glaubwürdig und echt. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist das Verhalten von Patricks Schwester zum Ende des Films hin. Hier hatte ich das erste mal, aber auch nur sehr kurz den Eindruck, dass das was ich sehe nur gespielt ist.

Amy Seimetz and Kentucker Audley in THE SACRAMENT

Amy Seimetz and Kentucker Audley in THE SACRAMENT, a Magnet Release. Photo courtesy of Magnet Releasing.

Fazit:

Mit The Sacrament ist Regisseur Ti West ein richtig guter und überzeugender Found Footage Film gelungen an dem sich künftige Filme mit gleichem oder ähnlichen Thema noch messen werden müssen.

Zwar diente mir noch die UK-DVD als Vorlage für meine Kritik, aber glücklicherweise erscheint The Sacrament am 6. November 2014 auch in deutschen Handel.

Info: Als Grundlage für diese Kritik diente mir die UK DVD von The Sacrament.

Beitragsbild: Gene Jones, AJ Bowen and Joe Swanberg in THE SACRAMENT, a Magnet Release.  Photo courtesy of Magnet Releasing

Good
  • Spannende Story
  • Überzeugende Schauspieler
  • Glaubwürdige Umsetzung
Bad
  • Kurzzeitig etwas langatmig
7.8
Gut
Idee - 8.3
Gruselfaktor - 7
Spannung - 7.7
Glaubwürdigkeit - 7.8
Found Footage Faktor - 8
Passionierter Blogger, Filmfreak und ein wenig Nerd!

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